B5 Tour



Frühjahr 2013...Immer noch Frost.
Nix mit Motorradfahren.
Wie jeden Winter hab ich mir alle möglichen  Motorradfilme angesehen.
Hat aber auch nicht gegen das Bedürfnis Motorrad zufahren geholfen.
Also was tun …...
Klar... eine neue Tour vorbereiten.

Aber wo hin oder wo lang ?
Die Frage war schnell beantwortet .
Endlich wieder eine Bundesstraße abfahren.
Nach der B3,B6 und B4 wollte ich einfach die Lücke schließen,..
die Antwort lautet B5 von Süderlügum bis nach Frankfurt-Oder.

Wie ich so eine Tour vorbereite könnt ihr ausführlich
im den  Touren-berichten B3 und B6 nachlesen.
Wie ich auf den Tour Namen „von Hübbe nach Drübbe“
gekommen bin weiß ich leider nicht mehr.
Aber eins war schnell klar ,ich werde viel zeit haben .

Anfang August 2013 ging  es dann los über die Autobahn
erst mal Richtung Hamburg und dann Richtung Kiel ,Flensburg.
Kurz vor der Hochbrücke bei Rendsburg wurde der Verkehr dichter
und dann kann da diese Ausfahrt
mit einem Hinweisschild für das Jüdische Museum
also bin ich kurzerhand abgefahren
um mir dieses Museum anzuschauen .ich hatte ja viel Zeit

 

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Nein.... Ich gehöre nicht zu denen die sich gerne mit dem Holocaust beschäftigen,
das geht mir immer zu sehr an die Nieren.
Ich bin eher von der Jüdischen Kultur und Lebensart fasziniert
Immerhin war Jesus, an den ich glaube, Jude.

 

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Um wieder auf die Autobahn zu kommen bin ich dann durch den
Tunnel unter dem Nord- Ostseekanal gefahren,
wie sich herausgestellt hat war dieser Ausflug mein
Glück denn die Hochbrücke wurde zeitweilig komplett gesperrt.

Von da aus noch bis Flensburg und dann die wunderschöne
Grenzstraße an der Dänischen Grenze entlang
( die hab ich euch schon im Coast to Coast Bericht beschrieben)
und da war er der, Grenzübergang an der B5.

 

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In Süderlügum hab ich dann in einem Hotel eingecheckt,
das  zum einem von Fernfahrern und zum anderen von
Ausflugs-Touristen besucht wurde .
Ich hab mir an der B5 einen Imbiss gesucht,
was gegessen und mich dann erst mal  kurz aufs Ohr gehauen

 

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Abends bin ich dann noch mal die Hauptstraße entlang geschlendert
(Der Ort ist so klein alle Häuser stehen irgend wie an dieser Hauptstraße )
und hab ein kleines Schild entdeckt auf dem Bierstube zu lesen war .
Das war doch genau das was der Arzt mir verordnet hatte .
Wie sich herausstellte wurde diese Kneipe nur Freitags und Samstags geöffnet.
Dort trafen sich Leute aus dem Dorf, die sich offensichtlich schon seit der Schulzeit kannten.
Eine eingeschworene Gemeinschaft sozusagen,
um so erstaunter war ich das man mich, trotz meiner Bibelbiker Kutte,
sofort ins Gespräch einbezog.
Von wegen der Sture Norddeutsche......
das war ein sehr schöner Abend und ich konnte,
bei einem guten Bier, von Jesus erzählen.

Zweiter Tag ,die Etappe nach Hamburg konnte ich Ruhig angehen.
Nach dem Frühstück mit  morgendlichen  Bibel-Lesen kam der Teil auf den ich mich immer Freue, einfach dem gelben Bundesstraßen-Schild folgen .

 

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In Heide hab ich  mal Pause gemacht und den Markt besucht.
Ich mag Märkte, da bekommt man Spezialitäten  aus der Region,
aber leider waren meine Satteltaschen noch randvoll mit Wäsche.

 

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Weiter immer der B5 folgend musste ich dann doch das letzte Stück auf die Autobahn...
und was war …. Stau, normaler weise wäre ich ja einfach,
langsam zwischen den Autos durchgefahren aber wir waren alle in einer Baustelle und  selbst die GS Fahrer haben lieber Pause gemacht anstatt sich durchzumogeln.
Also hab ich auch mal Pause gemacht.

 

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In Hamburg angekommen war für Sightseeing nicht mehr viel Zeit, denn ich wollte noch einmal ein befreundetes Ehepaar besuchen. Die beiden hatten jahrelang in Hamburg gewohnt und waren nun mitten im Umzug Richtung Düsseldorf  und ich durfte mit ihnen einen ihrer letzten Abende in der Hansestadt verbringen.
Von solchen privaten Momenten mache ich natürlich keine Fotos.

Mit wehmütigen Gefühlen und der Gewissheit so schnell nicht mehr nach Hamburg zu kommen,
bin ich am nächsten Morgen weiter der B5 gefolgt.
Ludwigslust war mein nächstes Ziel.
Das sind immer die schönsten Momente wenn die Allee sich vor einem ausbreitet und die Straße sanft unter mir dahingleitet....ist nur immer schwierig davon Fotos zu machen.

 

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Im Hotel angekommen stellt sich heraus das mein Vermieter auch noch eine alte Java im Schuppen stehen hat .
Klar, das wir erst mal ein „Benzingespräch“ geführt haben...... so unter Bikern .

 

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Ludwigslust ist ein schöner Ort mit Schloss und großer Kirche.... alles noch aus der Zeit als Herzöge Mecklenburg regierten.

 

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Die Inschrift über dem Portal der Kirche hat mich am meisten beeindruckt !
Übersetzt steht da....

 

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Jesus Christi dem großen Erlöser der Sünder ist diese Kirche geweiht von dem Erlösten großen Sünder Friedrich von Gottesgnaden Herzog von Mecklenburg .Angefangen wurde der Bau im Jahr 1765 im  Monat März beendet im Jahr 1770 im Monat Juli .
Der Herzog hat´s verstanden !


Nun aber weiter nach Berlin.
Vor diesem Abschnitt hatte ich ein bisschen Bammel .
Ich musste über zwei große Kreisel, unter anderem um die Siegessäule herum.
Für Großstädter kein Problem, aber ich wohne seit zwanzig Jahren in einem Dorf........
aber meine Erfahrungen aus Frankfurter Zeiten haben sich bezahlt gemacht, und ich bin problemlos bis zu meinem Hostel gekommen.

Dieses Hostel war mir wegen seinem außergewöhnlichen Namen ins Auge gestochen .
„Mädchenkammer“- wer bitte nennt seine Unterkunft Mädchenkammer ?

 

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Egal ...da musste ich einfach übernachten,...allein die verwirrten Blicke wenn ich jemandem erzählt habe, das ich in der Mädchenkammer übernachte.... unbezahlbar .
Wie ich später erfahren habe, hat der Besitzer mit nur einem Zimmer in diesem Haus angefangen und das war, in früheren Zeiten, das Zimmer für das Dienstmädchen.
Daher Mädchenkammer.

Na was glaubt ihr, was ich in den zwei Tagen, die ich mir für Berlin genommen habe,
gemacht habe ?
Na klar - Museum.
Aber ich bin in ganz besondere Museen gegangen. Zuerst waren die Berliner Unterwelten dran und zwar die zivilen Schutzbunker am Gesundbrunnen ,einfach super !!!
Die Mischung aus Schutztechnik der Achtzigerjahre und Weltuntergangsstimmung kann man nur schlecht mit Worten beschreiben .
leider darf man im inneren keine Fotos machen .

 

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Und dann noch das DDR Motorradmuseum, ein Muss für jeden Motorradfan.

 

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Am zweiten Tag mein persönliches Highlight, das Technikmuseum am Gleisdreieck,
gut das ich mir den ganzen Tag dafür Zeit genommen habe.
Ein riesengroßes Museum.... und hier gibt es alles was irgendwie mit Technik zu tun hat,
von alten Webstühlen...

 

 

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bis zu alten Computern,

 

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von Dampfloks

 

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bis zu den ersten Düsenjägern

 

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,hier gibt es  alles was den Technikfan begeistert . Einfach super .

Letzte Etappe..... nur noch die paar Kilometer bis nach Frankfurt an der Oder.
Die Straße gleitet, bei besten Wetter, unter mir dahin und man hat oft das Gefühl das die Zeit hier stehen geblieben ist.

 

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  In den Dörfern ist nur wenig los, denn die Jugend ist längst nach Berlin gezogen um zu arbeiten.
So entwickelt die Landschaft ihren eigen Charme ,sehr ruhig sehr friedlich .

 

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An der Oder angekommen ist auch meine B5 Tour zu Ende, das einzige Museum das ich mir ansehen wollte hatte zu, und so schlenderte ich einfach einen Tag lang durch Frankfurt-Oder.
Die Geschichte schlägt mir auch hierbei entgegen ...alte Handelsstadt,

 

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Krieg,

 

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Teilung der Stadt

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und DDR -Zeit.

 

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Bleibt nur noch der Rückweg .
Ich habe mir ein paar Tage in Leipzig gegönnt und konnte noch einmal meinem Hobby - Museum
frönen

 

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und noch ein mal ganz runter kommen, bevor ich wieder gut gestärkt in den Arbeitsalltag  gegangen bin.

 

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Im Ganzen eine gelungene Tour, ich habe fast jeden Abend nette Leute kennen gelernt, über Gott und die Welt geredet und  alle Bibeln verschenkt, die noch in meinen Satteltaschen Platz fanden.

Haltet euch tapfer
Christhard

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